18. Sonntag im Jahreskreis B am 04. August 2024 Joh 6, 24-35
Säuerliche Äpfel und reife Avocados, Schalotte und Limetten-Saft, Biolimetten- Schalenabrieb, Walnussöl und schwarzer Pfeffer, Schnittlauch und Sojajoghurt, Zitronensaft und Rapsöl, Sojasahne und Salz.
Im Einklang dieser Ingredienzien und in der richtigen Dosierung entsteht ein köstlicher Tatar aus Avocados und aus Äpfeln.
Man nehme also dieses und jenes in genau der richtigen Menge und in geeigneter Qualität. Es ist ein einfaches Gericht und ohne Kochzeit. Und doch verlangt es Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Zum Hochgenuss führt nur das fehlerfreie Einhalten der Regeln.
In Wohlstandsländern spielt die Nahrung eine andere Rolle als in den Gebieten, die den Hunger kennen. Feinschmecker und verwöhnte Sinne stellen Ansprüche und schöpfen aus dem Vollen.
Die Spitzenkräfte jeder guten Küche gehen ins Detail und entfalten gastronomische Geheimnisse. Sie wissen, was auf jeden Fall dazu gehört, und was auf keinen Fall bei einer Zubereitung fehlen darf.
Oft tönt es in ganz anderem Zusammenhang, dass irgendetwas so wichtig ist, wie das Salz in der Suppe. Das gilt in unterschiedlicher Ausprägung für alle Zeiten, seit denen Menschen Speisen sich zu Mahlzeiten zubereiten.
Die Menschen bei der Brotvermehrung waren auf Brot aus und verstanden Jesu Hinweis nicht von jenem Brot des Lebens und von dem Wasser, das den Durst für immer stillt. Das alles hätten sie gerne von ihm erhalten.
Doch das hält den Körper in Bewegung und ernährt ihn. Das, was der Geist braucht, kennt ein anderes Rezept. Auf Anhieb oder nebenher ist diese Köstlichkeit nicht zu bereiten.
Jesus will die Freude an der Lebensgestaltung wecken. Er möchte das Denken der Menschen anregen. Er zeigt ihnen Wege und Fertigkeiten, das Leben so zu gestalten, dass es eine Speise wird für Geist und Seele und mit einem Wohlgeschmack für alle.
Es ist bemerkenswert, dass alle Zutaten für dieses Lebenswerk für alle auf der Welt verträglich und von höchster Köstlichkeit sind.
Es ist wohl sinnvoll, einen Tag und jeden neuen Tag so zu beginnen, dass große Achtung gilt und alles Notwendige bereitgestellt und vorbereitet und aktiviert ist.
So wird die Zeit erfüllt mit Überraschungen aus großer Freude, weil die bewusste Lebenskunst ein Lebenskunstwerk so gestaltet, dass alle, die davon kosten und es irgendwie erleben, die Theorie des Glaubens in gelebter Wirklichkeit erleben.
Ein Glaubensleben nach den Ideen dessen, der das Anfang und das Ende ist, weckt den Geschmack auf mehr.
Es ist ein unendliches Wunder, die Vorräte zu erkennen und wahrzunehmen, die dabei zur Verfügung stehen. Es ist die reine Lebensfreude und ein freier Lebenstanz, in sich die Fähigkeiten zu erkennen, die jedem Menschengeist und die jedem Menschenherzen innewohnen.
Es wäre wunderschön, wenn mehr und mehr, am besten alle, nach und nach den Appetit in sich verspüren, nach dieser Nahrung, dieser Seelenstärkung für die Zeit und für die Ewigkeit.
