(nicht) in meiner Hand…

(nicht) in meiner Hand…

– Impuls zum 15. Sonntag im Jahreskreis – 12.07.2026

Ganz schön kompakt, das heutige Evangelium, da steckt so einiges drin.

Ich möchte nur das benennen und teilen, was mich aktuell am meisten anspricht:

Das Gleichnis, das Jesus erzählt, schenkt mir eine gewisse Gelassenheit. Warum?

Jesus macht mir deutlich, dass wenn ich versuche, den Menschen, wertschätzend und stärkend zu begegnen und vielleicht sogar die christliche Botschaft zu vermitteln, es nicht allein meine Macht liegt, wie es beim anderen ankommt. Ich kann nur geringfügig, vielleicht sogar gar nicht beeinflussen, wie es im Herzen des Gegenübers ankommt. Wie mein Handeln wahrgenommen und gedeutet wird, hängt von vor allem meinem Gegenüber ab. So wie die der Samen auf unterschiedlichem Boden wächst bzw. „überleben“ kann, so ist es auch mit unserer „Ernte“, die wir durch unsere Worte und unser Handeln „einfahren“ können. Genau das gibt mir Gelassenheit.

Bei all meinem Bemühen, ein christlich motiviertes Leben zu führen, bei dem vor allem die Nächstenliebe von großer Bedeutung ist, habe ich nicht die Verantwortung dafür, wie mein Agieren beim Nächsten ankommt. Für mich bedeutet dies natürlich auch, dass ich mich weiterhin bemühen möchte, mein Leben und meine Beziehungen aufrichtig und liebevoll zu gestalten. Gleichzeitig mache ich mir aber auch deutlich: Es liegt nicht in meiner Hand.

So nüchtern vielleicht diese Erkenntnis ist, so entlastend ist sie zugleich. Zudem stärkt mich die Aussage von Jesus, wenn er deutlich macht, selbst wenn mein Handeln, zum Beispiel bei 50 Menschen, kaum positiv ankommt, so ist es von großer Bedeutung, wenn auch nur eine Person berührt wird, denn dann ist die „Ernte“ bereits um ein Vielfaches größer! Die „Ernte“ ist riesig.

Ob ich dies immer auch mitbekomme, ist dabei nicht von Bedeutung. Diese Gelassenheit wünsche ich mir auch für uns als Kirche. Eine gesunde Portion Gelassenheit in Zeiten von Ab-, Um- und Aufbrüchen täte uns gut. Wichtig ist, dass wir dabei darauf vertrauen, wenn wir ernsthaft unser Leben christlich ausrichten, dann wird der Ertrag bei denen wirksam, die dafür bereit sind.

Und der erste Schritt?

Da kommt mir das Lied „Herr, erwecke meine Kirche und fange bei mir an…“

Der erste Schritt ist für mich immer die Frage, die sich an mich richtet, nämlich ob mein Herz wie ein guter Acker breitet ist. Wenn, das nicht gegeben ist, ist jegliches Ackern vergebliche Mühe. Ob mein Herz bereit ist, das liegt sehr wohl in meiner Hand, alle und alles andere in einer anderen.

Marcus Stein