„Wenn er zu mir schreit, höre ich es, denn ich habe Mitleid.“ (Ex 22,26)
Gedanken zum 30. Sonntag im Jahreskreis 2026 – Weltmissionssonntag
„Wenn er zu mir schreit, höre ich es, denn ich habe Mitleid.“ (Ex 22,26)
Liebe Leserinnen und Leser, 2026 begeht die Weltkirche den 100. Weltmissionssonntag. Das Jubiläum steht unter dem Leitwort „Eins in Christus, vereint in der Mission“.
Der Sonntag der Weltmission ist die größte Solidaritätsaktion von Katholikinnen und Katholiken weltweit. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr Madagaskar. Madagaskar zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Armut, schwache staatliche Strukturen sowie die Folgen der Klimakrise erschweren den Alltag vieler Menschen. Besonders in ländlichen Regionen fehlen oft grundlegende Infrastruktur und medizinische Versorgung.
Wo staatliche Hilfe ausbleibt, übernehmen Ordensfrauen und kirchliche Gemeinschaften Verantwortung. Sie begleiten Familien, betreiben Schulen und Gesundheitsstationen und schaffen verlässliche Anlaufstellen für Menschen in Not. Ein Schwerpunkt des Weltmissionssonntags 2026 ist die medizinische Grundversorgung. In vielen Regionen Madagaskars sind kirchliche Gesundheitsstationen die einzige Möglichkeit, ärztliche Hilfe zu erhalten. Mit der Kollekte und weiteren Aktionen unterstützt das kirchliche Hilfswerk missio dieses Engagement und stärkt kirchliche Partnerinnen und Partner in Madagaskar sowie in vielen weiteren Ländern des Globalen Südens.
Wie gut passen doch zu diesen Anstrengungen, die wir alle unterstützen können, die Schriftlesungen dieses Sonntages. Im Buch Exodus erfahren wir, wie wir Fremde, Witwen und Waisen behandeln sollen, also in unserem Wortgebrauch arme Menschen. Der Herr warnt zudem, diese Menschen ausnützen oder auszubeuten. Wir kennen alle diese Hinweise irgendwie, wichtig wird für uns Christen und alle hilfsbereiten Menschen aber, wie wir diese Einstellung in die Tat umsetzen. Missio hilft dabei, dass auch wir helfen können.
Im Paulusbrief an die Thessalonicher bedankt dieser sich bei den Gläubigen für die Weitergabe des Wortes Gottes und den geleisteten Dienst, der daraus folgt. Jesus unterstreicht dies im Evangelium zusätzlich mit dem doppelten Liebesgebot. Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben und deinen Nächsten wie dich selbst. Von diesem Gebot hängt alles ab. Wir dürfen solidarisch mitwirken und mithelfen. Zudem schließen wir uns den frühen Gemeinden an und verkünden Gottes Wort und stehen in seinem Dienst.
Für ein gutes Gelingen in Gottes Auftrag können wir beten. Heute aus Anlass des Weltmissionssonntages mit dem zugehörigen Gebet.
Allen einen gesegneten Sonntag und eine erfüllte Zeit.
Ihr Pastor Christian Schulte
„Du Gott des Lebens, wer nach deinem Wort lebt, wächst wie ein Baum am lebendigen Wasser. Du kennst die Menschen, die in Armut und Unrecht Vertrauen und Halt verlieren.
Stärke sie durch dein Wort.
Du kennst die Menschen, die durch Dürre und Unwetter Krankheit und Leid erfahren.
Ermutige sie durch deine Botschaft.
Gib auch mir feste Wurzeln, die tief aus dem Vertrauen in dich schöpfen.
Lass uns gemeinsam wachsen und auf das Leben vertrauen, damit wir deine heilende Botschaft teilen, mutig und stark.“

