Impuls zu Allerheiligen am 01.11.2026

Impuls zu Allerheiligen am 01.11.2026

Aus dem Leben der Heiligen klingen Signale in die Gegenwart und regen an zum Nachdenken und zum Handeln. Ihr Leben aus dem Glauben ist beispielhaft in einer konsequenten Haltung der Liebe zu Gott und den Menschen. Auch in der gegenwärtigen Zeit werden Männer und Frauen heiliggesprochen. Am Fest Allerheiligen sollen einige von ihnen erwähnt werden.

Die heilige Josephine Bakhita wurde als Kind im Sudan entführt und mehrfach verkauft. Sie musste grausame Misshandlungen erleiden. Nach ihrer Befreiung in Italien trat sie dem Orden der Canossianerinnen bei und zeichnete sich aus durch eine tiefe Frömmigkeit, Güte und Vergebungsbereitschaft. Menschliche Unbarmherzigkeit und Folter konnten sie nicht brechen. An der Klosterpforte beschenkte sie die Gäste mit liebevoller Wärme. Papst Johannes Paul II. hat sie im Jahr 2000 heiliggesprochen.

Unvergessen ist die hl. Mutter Teresa von Kalkutta. Sie ist noch in der Gegenwart ein Leuchtturm der Nächstenliebe und der Einfachheit. Als „Heilige der Gassen“ begegnete sie den Ärmsten der Armen mit mütterlicher Liebe und einem weiten Herzen. Sie gründete die Gemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe und wurde am 4. September 2016 von Papst Franziskus heiliggesprochen. Sie ist bleibend das Gesicht der Nächstenliebe und Symbol für gelebte Menschlichkeit in den Spuren Gottes.

Am 10. Oktober 2020 wurde der fünfzehnjährige Carlo Acutis in Assisi von Papst Leo XIV. heiliggesprochen. Er gilt als Influencer Gottes und wird auch Cyber-Apostel genannt. Er ist der erste Internet-Heilige und lebte in tätiger Nächstenliebe und tiefer Verbundenheit mit Christus in der Eucharistie.

Papst Franziskus sprach den ermordeten Erzbischof von San Salvador 2018 heilig. Im Einsatz für die Armen gegen die Militärdiktatur und für soziale Gerechtigkeit wurde er 1980 bei einer heiligen Messe in einer Krankenhauskapelle von den Todesschwadronen erschossen. Er steht für die Liebe zu den Unterdrückten und Ausgebeuteten. Seine Botschaft gilt bis heute und bleibt lebendig. Die Heiligsprechung von Oscar Romero, dem ermordeten Erzbischof von San Salvador, war ein historisches Ereignis mit starker politischer und sozialer Dimension.

Am 100. Jahrestag, dem 13. Mai 2017, sprach Papst Franziskus die Seherkinder Francisco und Jacinta in Fatima heilig. Sie sind die jüngsten Heiligen der Kirche, die kein Martyrium erlitten haben. Mit ihrer Cousine, der heiligen Lúcia dos Santos, stehen sie für die Marienerscheinungen in Fatima und die damit verbundenen Botschaften.

Die heiligen Päpste Paul VI., Johannes XXIII. und Johannes Paul II. gaben der Kirchenentwicklung wichtige Impulse in ihren Verkündigungen und in ihrem beispielhaften Leben.

Die hier erwähnten Heiligen weisen auf das bleibende Wirken heiliger Menschen in der Kirche hin, die in den Gemeinden, Verbänden, Ämtern und Berufen heiligen Dienst vollziehen und im Namen Jesu unendlich viel Gutes tun. Sie prägen das Leben der Kirche über die Grenzen hinaus und geben ein lebendiges Zeugnis der christlichen Botschaft für ihre jeweilige Zeit.

Jürgen Kuhn