„Jesus wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt, vierzig Tage lang, und er wurde vom Teufel versucht.“ (Lk 4) |
„Am Aschermittwoch ist alles vorbei!“ Liebe Leserinnen und Leser, wir Christen könnten eher formulieren: „Am Aschermittwoch fängt es erst an!“ Auch wenn wir in irgendeiner Form oder gar nicht Karneval gefeiert haben und der Aschermittwoch das für diese Session beendet hat, so beginnt doch für uns mit diesem Tag wieder eine andere, geschenkte Zeit. Wir dürfen fasten, beten, helfen, innehalten, umkehren und vieles mehr, in Vorbereitung auf unsere große Freude an Ostern. |
Ich finde es jedes Jahr aufs Neue spannend auf die zahlreichen Vorschläge zur Gestaltung dieser 40 Tage zu schauen. Wir können dies auch wieder ökumenisch angehen. Die evangelische Kirche lädt ein zu „7 Wochen ohne – Panik“. Die kommende Zeit kann insbesondere zum Luft holen genutzt werden, den Atem zu spüren trotz allem, was um einen herum und auf der ganzen Welt geschieht. Ich darf an dieser Stelle aus der Aktion zitieren: „Rund 20.000 Mal am Tag atmen wir ein und aus, versorgen unseren Körper mit Sauerstoff, beeinflussen unseren Herzschlag und sogar die Stimmung. Dabei leben wir in atemlosen Zeiten. Gewalt und Hass sorgen uns. Panik verbreitet sich und treibt uns in die Enge. Eine Sprache der Dauerempörung macht uns taub. Immer schwerer wird es, ruhig zu atmen und sich dieser Überwältigung zu entziehen. Die Suche nach dem, was wir wirklich brauchen, die Frage nach den Quellen unseres Trostes und unserer Freude brauchen Zeiten des Luftholens. Ein- und ausatmen, nur das.“ |
Auch Jesus hat sich auf den Weg gemacht, der Geist leitet ihn in die Wüste, er ist allein mit sich und seinen Gedanken, Gefühlen und seinem Atem, allen Versuchungen des Teufels ausgesetzt. Er nutzt diese Zeit zur Orientierung und zur Positionierung und geht gestärkt seinen Weg. |
Jesus lädt ebenso uns ein in diese 40 Tage – zum Luft holen, zum Atem spüren, zur Erkenntnis darüber, was uns trägt und leitet. Das können dann durchaus auch Wüstenzeiten sein, denen wir selbst ausgesetzt sind und die wir annehmen können. |
In unserem Bistum darf ich dazu ein weiteres Angebot empfehlen über www.heaven-on- line.de. Dort steht die Fastenzeit diesmal unter dem Motto „Schichtwechsel“ und betrachtet ebenfalls die veränderten Zeiten und unseren Umgang damit. „Unsere Region, unsere Gesellschaft, unsere Kirche und unser Land stehen gerade vor einem Wechsel, der größer ist, als wir uns jetzt vorstellen können. Durch viele politische Veränderungen wandelt sich unsere Welt immer wieder und in diesen Tagen ganz besonders.“ |
Suchen wir in den kommenden Wochen, vielleicht noch intensiver als jetzt schon, den, der uns trägt, ermutigt, tröstet und immer wieder mit uns auch durch Wüstenzeiten geht. |
Ihnen allen eine gesegnete Fastenzeit, viele Möglichkeiten zum Luft holen und wertvolle Begegnungen mit unserem Gott! |
Ihr Pastor Christian Schulte