Immer eine letzte Chance – Impuls zum 3. Fastensonntag (Lk 13, 1–9) – 23.03.2025

Da ist ein Feigenbaum, der sich nicht so benimmt wie er es soll,
ein Feigenbaum, der gewissermaßen aus der Rolle tanzt.
Der Weinbergbesitzer verspricht sich die herrlichsten Früchte
und genau diese bringt dieser Baum einfach nicht hervor.
Der Weingärtner bittet aber um eine weitere Chance.
So bekommt dieser Baum ein weiteres ganzes Jahr geschenkt.

Ich schaue ein wenig genauer auf dieses Gleichnis
und merke, dass diese Geschichte kein Ende hat.
Es bleibt völlig offen, denn es gibt keinen Anhaltspunkt,
ob der Baum dann doch noch Früchte bringt oder, ob er umgehauen wird.

Ich weiß: Dieser so überaus mutige und geduldige Weingärtner ist Jesus.
Und dieser Baum, das kann ein jeder von uns sein.
Ein Mensch, der zwar im Weinberg Gottes stehen darf
und weiß worauf es ankommt,
aber dennoch einfach nicht tut, was man von ihm erwartet.

»Prüft euch gründlich, wie ihr selbst im Weinberg Gottes dasteht«,
so könnte Jesus uns dieses Gleichnis selbst kommentieren.
»Seid auch ihr wie ein Baum der Frucht bringt.«

Nur Gutes tun und Früchte hervorbringen, das kann ich nicht immer,
wenn ich ehrlich bin.
Es ist es auch immer wieder genau das Gegenteil: manchmal lasse ich mich gehen,
manchmal habe ich einfach überhaupt keine Lust für andere da zu sein
oder sonst wie irgendwelche Früchte hervorzubringen.
Kurzum: Nicht immer erfülle ich den Willen Gottes.

Wie gut ist es dann doch,
dass es für Jesus aber keine von vornherein hoffnungslosen Fälle gibt.
Er traut auch jedem, der jahrelang nein gesagt hat,
immer noch eine persönliche Umkehr zu.
»Ja, auch du kannst noch Frucht bringen«, sagt Jesus zu dir und mir.
Jesus schenkt immer eine letzte Chance

An mir selbst liegt es nun, sich zu entscheiden, was ich will.
Alle mögliche Hilfe, die ich benötige, ist mir ausdrücklich vom Gott zugesichert.
Jesus ermuntert mich:
»Korrigiere deine Einstellung,
wo sie dein oder das eines anderen Leben beeinträchtigt.
Entscheide dich für das Leben, für dein Leben. Ich bin bei dir!«
Das ist seine Zusage an uns, das ist sein Versprechen,
unsere Hoffnung, unsere Chance. –
Ich will versuchen, sie zu nutzen, denn schließlich ist die Fastenzeit genau dafür da.


Marcus Steiner
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